Fallstudie 127: Aus der Praxis der digitalen Ermittlungen
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Case Studies & Real Stories
4. Februar 2025

Fallstudie 127: Aus der Praxis der digitalen Ermittlungen

Reale Ermittlungsfälle aus der Praxis. Wie Bona Fides digitale Beweise sichert und komplexe Fälle löst.

Fallstudie 127: Aus der Praxis der digitalen Ermittlungen

Zusammenfassung (TL;DR)

Digitale Ermittlungen erfordern Expertise, Rechtssicherheit und moderne Technologie. Diese Fallstudie zeigt, wie Bona Fides einen komplexen Fall von Unternehmensbetrug durch OSINT-Recherchen, forensische Analysen und verdeckte Observationen aufklärte. Von der Mandatsannahme bis zur gerichtsverwertbaren Beweissicherung – jeder Schritt wurde rechtlich geprüft und dokumentiert. Ergebnis: Schadensersatz für den Mandanten, strafrechtliche Konsequenzen für die Täter.


In der Detektivarbeit gibt es keine zwei identischen Fälle. Jeder Mandant bringt eine einzigartige Geschichte, jede Ermittlung stellt neue Herausforderungen. Doch eines haben alle erfolgreichen Ermittlungen gemeinsam: Systematik, Geduld und absolute Rechtssicherheit.

Diese Fallstudie basiert auf einem realen Fall aus unserer Praxis – anonymisiert und rechtlich unbedenklich dargestellt. Sie zeigt, wie digitale Ermittlungstechniken in der Praxis funktionieren, welche Herausforderungen auftreten und wie wir sie meistern.

Der Fall: Ein mittelständisches Unternehmen vermutete, dass ein leitender Angestellter sensible Geschäftsgeheimnisse an Wettbewerber verkaufte. Interne Untersuchungen blieben ergebnislos. Die Geschäftsführung beauftragte Bona Fides.

Digitale Ermittlungen sind wie Puzzlespiele mit fehlenden Teilen. Jedes gefundene Fragment bringt das Gesamtbild näher – aber erst das letzte Teil beweist, was wirklich geschah.

Was war die Herausforderung?

Der Verdacht basierte auf Indizien: Wettbewerber kannten Details aus vertraulichen Meetings, Projektpläne tauchten bei der Konkurrenz auf, Ausschreibungen wurden systematisch unterboten. Doch direkte Beweise fehlten.

Die Schwierigkeit: Der Verdächtige war IT-versiert, nutzte verschlüsselte Kommunikation, arbeitete remote. Klassische Observationen brachten wenig. Hacking oder illegales Abhören waren keine Option – sie hätten den Fall ruiniert und uns strafbar gemacht.

Was wir NICHT tun durften:

  • Privates Handy hacken
  • E-Mails abfangen
  • GPS-Tracker ohne Erlaubnis
  • Private Räume verwanzen

Was wir TUN durften:

  • OSINT-Recherchen in öffentlichen Quellen
  • Observation in öffentlichen Räumen
  • Forensische Analyse firmeneigener Geräte (mit Eigentümereinwilligung)
  • Interviews mit Zeugen (mit deren Einwilligung)

Die rechtlichen Grenzen waren klar – unsere Kreativität musste innerhalb dieser Grenzen operieren.

Wie haben wir den Fall gelöst?

Phase 1: OSINT-Recherchen (Woche 1-2)

Wir starteten mit Open Source Intelligence – der Analyse öffentlich zugänglicher Daten:

  • LinkedIn-Profile des Verdächtigen und seiner Kontakte
  • Handelsregisterauszüge der Wettbewerber
  • Öffentliche Ausschreibungen und Vergabeverfahren
  • Social-Media-Aktivitäten (öffentlich sichtbare Posts)

Ergebnis: Auffällige Verbindungen zwischen dem Verdächtigen und einem Key Account Manager des Wettbewerbers. Beide kommentieren regelmäßig dieselben Posts, besuchen dieselben Events, haben gemeinsame Kontakte.

Phase 2: Forensische Analyse (Woche 3-4)

Mit Einwilligung des Unternehmens analysierten wir:

  • Firmen-Laptop des Verdächtigen
  • E-Mail-Verkehr über Firmenserver
  • Zugangsprotokolle zu sensiblen Datenbanken
  • Druckerlogs

Ergebnis: Der Verdächtige hatte sensible Dokumente auf USB-Sticks kopiert, private Cloud-Dienste genutzt (gegen Firmenrichtlinien), und E-Mails an private Adressen weitergeleitet. Alles dokumentiert, DSGVO-konform gesichert.

Phase 3: Verdeckte Observation (Woche 5-6)

Nachdem digitale Spuren vorlagen, setzten wir auf klassische Observation:

  • Der Verdächtige traf sich regelmäßig mit dem Wettbewerber-Manager
  • Treffen fanden in Cafés, Parks, Hotels statt (öffentliche Orte)
  • Foto- und Videodokumentation (rechtssicher, ohne Tonaufnahmen)
  • Zeitpunkt der Treffen korrelierte mit Datenlecks

Ergebnis: Unwiderlegbare Beweiskette aus digitalen und physischen Beweisen.

Phase 4: Beweissicherung und Übergabe (Woche 7)

Alle Beweise wurden rechtssicher dokumentiert:

  • Chain of Custody (lückenlose Beweiskette)
  • Gerichtsverwertbare Formate
  • DSGVO-konforme Datenspeicherung
  • Gutachten für Rechtsanwalt und Staatsanwaltschaft

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

F: Warum hat die Ermittlung so lange gedauert? A: Rechtssichere Ermittlungen brauchen Zeit. Wir dürfen keine Abkürzungen nehmen, die später vor Gericht die Beweise unverwertbar machen. Geduld und Systematik sind entscheidend für den Erfolg.

F: Was kostete diese Ermittlung? A: Detektivkosten variieren stark je nach Aufwand. Dieser Fall umfasste ca. 120 Arbeitsstunden über 7 Wochen. Typische Kosten: 8.000-15.000 € für solche Fälle. Der Schaden, den wir verhinderten, war erheblich höher (geschätzt 200.000+ €).

F: Können Sie garantieren, dass Sie Beweise finden? A: Nein, seriöse Detekteien geben keine Erfolgsgarantien. Wir garantieren professionelle, rechtssichere Arbeit – aber manchmal gibt es keine Beweise zu finden, weil kein Vergehen vorliegt. Das ist dann auch ein Ergebnis.

F: Wie oft scheitern Ermittlungen? A: In ca. 10-15% der Fälle finden wir keine belastbaren Beweise – entweder weil kein Fehlverhalten vorliegt oder weil Täter extrem vorsichtig agieren. Auch das teilen wir dem Mandanten ehrlich mit.


Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und stellt keine Rechtsberatung dar. Für spezifische Fälle und rechtliche Fragen kontaktieren Sie bitte unsere Detektei oder einen Rechtsanwalt.


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